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30. Dezember 2013 – 20. Januar 2014

neuer Job: wahnsinns Umgebung

Hi ihr Lieben,

es ist mir ja jetzt fast peinlich, dass ich mich seit über drei Wochen nicht wirklich gemeldet habe. Das was ich euch erzähle, ist auch schon vorbei, also den “neue” Job mache ich zum heutigen Zeitpunkt schon gar nicht mehr. Ich werde in nächster Zeit versuchen wieder regelmäßiger zu schreiben, wirklich!
Am 30. Dezmeber letzten Jahres bin in nach Manapouri gegangen – ein zweihundert Leute-Dorf.  Dort war ich bei Jimmy, Kerstin und Carla. Der Mann und die Frau führen ein Hostel und haben nun seit über einem Jahr die kleine, unglaublich süße Carla. Sie sind aber kein Paar, nicht dass ihr euch wundert, warum ich das hier so komisch schreibe. Das habe ich in Neuseeland nun schon öfter erlebt, dass Mutter und Vater dann aufgrund der Kinder zusammen wohnen bleiben, wo ich wirklich sehr geteilt drüber denke, aber das müssen wir ja jetzt nicht ausdiskutieren.
Jedenfalls dachte ich, dass ich mehr der Babysitter bin und ab und an auch mal im Hostel mithelfen soll. Gleich am zweiten Tag hat sich jedoch das komplette Gegenteil herausgestellt, nämlich dass ich wieder jeden Tag  putzen muss, obwohl ich das nun wirklich lange genug gemacht habe und das auch so leider nicht in der Jobanzeige stand. Ja, weil das eben alles gar nicht nach meinen Vorstellungen lief, bin ich dann auch kürzer geblieben, als ich es eigentlich wollte, worüber ich jedoch sehr froh bin.
Auch sonst gab es einige Probleme, die ich aber jetzt nicht genauer erklären werde. Meine Zeit dort war schön, ich konnte ein weiteres Mal viel lernen und die Umgebung ist wirklich mehr als der Wahnsinn, sodass man die Momente dort eigentlich nur genießen kann!

Am meisten liegen mir zwei Menschen am Herzen, die ich dort kennengelernt habe: Bica und Jörg. Das ist ein wunderbares Ehepaar, die gerade ein Sabbatjahr macht und zwei Wochen in dem Hostel in Manapouri waren. Es ist mir noch nie passiert, dass jemand mir in so kurzer Zeit so wichtig geworden ist. Das sind so zwei, die kann man nur liebhaben und das allerschönste ist, dass ihre Liebe so jung geblieben ist, dass man sich gar nicht daran sattsehen kann, einfach wunderschön. Diese beiden haben mir das Leben dort wirklich sehr versüßt und mich um einiges glücklicher gemacht. Auch lustig ist, dass sie aus Eisenach stammen, also bei mir ja gleich um die Ecke. Die haben mich echt verzaubert, das muss ich schon zugeben.
Sie waren bis zum 04. Januar da und wollten eigentlich zehn Tage danach wieder nach Deutschland fliegen. Nun haben sie jedoch ihren Flug verlängert und sich entschlossen, noch einmal nach Manapouri zurückzukommen, weshalb wir uns am gleichen Ort wiedergesehen haben. Das war auch der Grund, warum ich am Ende drei anstatt zwei Wochen geblieben bin. Ihr seht: Ich mage die beiden wirklich, wirklich sehr!

Gleich am 31. Dezember hatte ich meine Bootstour. Jimmy und Kerstin bieten nämlich Cruisen auf dem Lake Manapouri an und haben es mir ermöglicht dort mitzufahren. Das war echt schön und mit Jimmy habe ich auch einen richtigen Bushwalkl gemacht, echt spaßig.
Bica undJörg haben auch mit uns Silvester gefeiert und ich konnte diesen Abend sehr genießen, wir hatten Spaß, haben viel erzählt und waren ewig wach. Aber glaubt bloß nicht, dass es in Neuseeland ein Feuerwerk gibt! Kerstin und ich haben ungefähr drei Raketen gesehen. Ich meinte gleich zu Bica: “Dreh dich mal schnell um, da ist ein Feuerwerk, dass ist bestimmt gleich wieder vorbei!” und sie hat es nicht mehr gesehen, echt schade. Halb vier hat Jimmy – ein echter Kiwi – uns die Sterne gezeigt, das war wunderschön. Die leuchten hier irgendwie noch mehr.

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Hier sind erstmal zwei Bilder vom süßen Carlchen, als ich kurz nach Silvester einmal mit ihr zusammen draußen war. Das Kind ist wirklich niedlich.

Nun habe ich es auch endlich ins Kino geschafft, um mir den zweiten Teil vom Hobbit anzusehen. Wahrscheinlich war ich vorher noch nie in so einem kleinen Kino, aber es war ein toller Abend, wirklich.
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Das Kino hatte knapp fünfzig Plätze, aber dafür so richtig schön breite, dass man die fast als Kuschelsitze bezeichnen könnte, richtig gemütlich.

Außerdem gibt es in der Umgebung wahnsinnig viele Tracks, auch Mehrtageswanderung, wie zum Beispiel den Kepler Track. Dort haben wir einen Freund von Kerstin hingebracht und sind gleich ein Stück mitgewandert.
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Man läuft fast die gesamte Zeit mitten durch den Wald, hier sind überall Farnen, was wirklich idyllisch ist.
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Das sieht doch aus, wie ein Zauberwald, oder?
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In Neuseeland ist es so leicht unreal wirkende Fotos zu schießen, das verblüfft mich immer wieder.

Einen Tag war ich allein an den Klippen dort, die vielleicht fünfzig Meter von dem Grundstück meiner Gastfamilie entfernt liegen. Dort allein langzulaufen, war richtig schön. Man kann unglaublich weit schauen und die Landschaft sieht mal wieder aus wie gemalt.
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In letzter Zeit liebe ich es an Klippen zu sitzen und ins Weite zu starren. Da wird einem die Freiheit direkt ins Gesicht gepustet.
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Das nenne ich mal eine Aussicht!
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Ich mag das Foto, weil man den Boden nicht sieht, dafür aber die Gräser. So wie: Dem Himmel so nah, aber auf dem Boden der Tatsachen.

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Und noch ein Aussichtsbild, weil es so wunderschön dort ist.

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Das ist der Strand vom Lake Manapouri. Da war ich den einen Tag mit Bica und Jörg.

Richtig cool war ein Tag, an dem Jimmy mit uns einen vier-Stunden-Walk gemacht hat, den er selbst geschnitten hat. Es war also mehr ein Bushwalk, als eine Wanderung – direkt durch den Regenwald. Man konnte es sich fast nie leisten nicht auf seine Füße zu schauen, weil man sich sonst ordentlich langgelegt hätte. Es war richtig gut auch mal wieder lange zu wandern, außerdem hat Jimmy echt ein ordentliches Tempo und Pausen gab es im Prinzip nicht einmal zum Fotografieren, nur eine halbe Stunde zum Mittagessen. Der Tag  war echt klasse und man hat nachts wie ein Baby geschlafen!
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Na, wer erkennt hier die Szene aus Herr der Ringe? Jaaaaaaaa, das wurde da wirklich gedreht!
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der nächste Märchenwald
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Von dem Ausguck konnten wir auf den Wald zurückschauen, durch den wir am Tag gewandert sind.

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Einen Tag haben wir noch ein Grillfest gemacht und obwohl es eigentlich dauerhaft geregnet hat, war das ein Tag  an dem wir draußen sitzen konnten, weil das Wetter einfach mal mitgespielt hat. Ich fand die Wolken so beeindruckend, weil sie wie Schleier aussehen.

Am letzten Tag für Bica, Jörg und mich sind wir mit Jimmy, Kerstin und Carla mit dem Boot rausgefahren. Das war ein wunderschöner Abschied. Es gab die Rester vom Grillfest und die waren mehr als lecker – Bica hat sie gemacht. Wir haben Mittag auf dem Boot gegessen und sind dann zu einem Strand gefahren. Jimmy und Jörg haben anderthalb Stunden einen richtig krassen Bushwalk gemacht, wo es wirklich keinen Pfad gab und man einfach drauflosgelaufen ist und Bica war mit mir Kajak fahren. Das Wetter hat auch gepasst, nur der Wind war in den Kajaks manchmal echt schwer zu handhaben, trotzdem hatten wir wahnsinnig Spaß und haben wieder viel erzählt.
Ich habe endlich auch mal ein paar Fotos von den Leuten um mich herum gemacht.
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Jimmy und Jörg, Jimmy am Steuer
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Kerstin und Carla oben im Boot
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Bica unten draußen im Boot

Gestern sind dann Bica und Jörg nach Christchurch mit dem Bus gefahren, weil sie von dort in einigen Tagen wieder nach Deutschland fliegen und was ich an dem Tag erlebt habe, erfahrt ihr im nächsten Eintrag, der – versprochen – ganz bald kommt.

Sommersonnengrüße mit ein wenig Sonnenbrand, eure Magda.