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17. Oktober – 26. Dezember 2013

mein Kiwi Weihnachten

Halli Hallo,

ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran, aber ich möchte euch allen nachträglich natürlich auch noch frohe Weihnachten wünschen und hoffe, dass ihr ein schönes Fest hattet. In den letzten Tagen war alles etwas stressig und da bin ich gar nicht dazu gekommen, hier irgendetwas zu schreiben, aber jetzt nehme ich mir ein bisschen Zeit.

Hier in Neuseeland feiern die Leute, wie in vielen englischsprachigen Ländern Weihnachten am 25. Dezember. Da gab es dann am Morgen gleich Geschenke und selbst wenn die Familie nur aus fünf Personen bestand, war es mehr als eine Flut aus Presenten. Ich wurde aber völlig überwältigt, weil ich auch drei Geschenke bekommen habe und davon wirklich überrascht war, denn auch ohne hätte ich den Tag super überstanden. Nun ja, jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Buches über die Drehorte von Herr der Ringe – einfach wahnsinn! Zwar gab es tausend Dinge zum Verschenken, aber beim Anlass für Weihnachten und Ostern ist meine Gastfamilie leider doch sehr gestrauchelt, was mich auch wirklich irgendwie enttäuscht hat, weil es echt Menschen gibt, die das eben nicht mehr einfach so wissen.
Danach ging es wie jeden Tag seit Mitte Oktober an die Arbeit zum Motelzimmer säubern. An diesem Tag mussten wir zwischendurch zwei Pausen einlegen, weil die Leute zu spät gegangen sind und wir dadurch mit allen anderen Zimmer schon fertig waren, aber schnell ging das alles trotzdem. Abends gab es dann gemeinsam mit den Großeltern und einem anderen Pärchen – Freunde von meiner Gastfamilie – ein unglaubliches Festmahl. Das Fleisch habe ich nicht mal angeschaut und somit war für mich die Nachspeise mehr der Hauptgang, aber die war großartig!
P1120037                                                                                                      Das nennt sich Pavlova und ist wie Baiser, nur dass es außen fest und innen noch weich ist. Oben drauf gibt es Sahne und eigentlich typisch neuseeländisch Kiwis und Erdbeeren, aber mit Himbeeren war es auch furchtbar lecker!
P1120041                                                                                                     Hier mal ein Bild von dem Haus meiner Gastfamilie im Dezember. Die Lichter werden einen Monat lang jeden Abend ür die ganze Nacht angeschaltet – wenn das mal nicht dekadent ist!
Und dann ging es furchtbar schnell und mein letzter Tag in Fox hatte schon begonnen und genauso schnell war er auch vorbei. Am Morgen habe ich wieder gearbeitet, dann wurde ich zum letzten Mal bezahlt und bin stolz auf mich, dass ich wirklich ein bisschen Geld sparen konnten und schon stand ich mit gepackten Rucksäcken am Bus…
P1120079                                                                                                   Kurz bevor ich gefahren bin, durfte ich noch erfahren, wie komplett undicht dieses Haus ist: Das sind kleine Weinreben, die von draußen unter dem Fenstersims reinwachsen, unfassbar oder?
P1120082                                                                                                                             Ein Gruppenfoto mussten wir natürlich auch noch machen: Gavin, Matthew, ich und Stephanie.

Ganz bald gibt es neue und tolle Neuigkeiten, eure Magda.

20.12.2013: Weihnachten für Magda

Ein Hallo an alle, die jetzt hoffentlich in besinnlicher Weihnachtsstimmung sind,

mal wieder ist einige Zeit vergangen, bis ich wieder Kraft, Lust, Zeit und vor allem etwas zu berichten habe. Aber dafür bekommt ihr jetzt ein paar neue, mehr als geniale Fotos zu sehen!
Alles ist schon bis zum nächsten Job gebucht. In fünf Tagen um die Zeit bin ich schon nicht mehr in Fox. So richtig vorstellen kann ich mir das noch nicht, weil ich schon so ewig hier bin und es einfach ein sicherer Platz für mich geworden ist. Hingegen freue ich mich sehr, endlich mal wieder andere Dinge zu sehen, neue Leute kennenzulernen und auch eine verschiedene Arbeit auszuführen. Es sind somit gemischte Gefühle, aber die Freude überwiegt schon irgendwie.

Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder ein wenig gebacken. Diesmal waren Erdnussbutter-Nutella-Cookies das Produkt. Ich habe gelernt, dass Cookies auskühlen müssen, um fest zu werden und bin auch recht zufrieden mit dem ersten Versuch.
P1110847                                                                                          Dann mache ich mir eben selber ein bisschen weiße Weihnacht, wenn es hier zur Zeit nur Regen gibt. 
P1110848                                                                                                Die anderen mögen sie auch, also sind sie wohl lecker.

Und jetzt zu meinem ganz persönlichen Weihnachten:
Eigentlich war Freitag ein Tag wie jeder andere, ich habe angefangen zu arbeiten, es gab nicht zu viel und nicht zu wenig zutun und ich war in Gedanken bei meiner alten Schule, weil dort der Tag der Besinnung war und ich wirklich gern dabei gewesen wäre. An solchen Tagen ist es nicht immer leicht zu sagen, dass man überglücklich ist hier zu sein, auch wenn das jetzt sicher Klagen auf sehr hohem Niveau ist.
Meine Gastmutter hat mir bei der Arbeit von einem Kuchenbasar erzählt, zu dem wir heute unbedingt fahren müssen. Und das haben wir dann auch gemacht, sogar als wir noch nicht ganz fertig mit sauber machen waren. Die Leute hier können backen – und vor allem verziehren – das ist der Wahnsinn! Jedenfalls gab es viele leckere Sachen und ich habe mir auch ein bisschen was gegönnt. Ich bin ja nicht mehr lange da.
Danach wurde ich spontan zum Essen ins Café eingeladen und meine Wahl war Pizza, wie gut. Das hört sich speziell und “interessant” an, ist aber mehr als schmackhaft: Hühnchen, Spinat, Mozzarella, Cashewnüsse und Apricose.
Dann ging es zurück zum Motel und ich war schon auf dem besten Weg das letzte Zimmer fertigzumachen, als plötzlich über den ganzen Hof ein sehr, sehr lautes “Llleeeeennnaaaa!” geschrien wurde. Die mehr als freudige und ebenso mehr als spontane Botschaft: Du hast jetzt, genau jetzt deinen Helicopterflug. So wie ich war habe ich lediglich Socken, Boots und meine Kamera geschnappt, bin ins Auto gesprungen, um mir schnellstmöglich meine Schuhe anzuziehen. Das alles musste deshalb so kurzfristig und fix klappen, weil ich diesen Flug umsonst bekommen habe, wofür andere viel Geld bezahlen müssen, das klappt aber nur, wenn zufällig noch ein Platz in einem Helicopter frei ist und dann muss es eben schnell gehen.
Ich hatte einen dreißigminütigen Helicopterflug über den Franz Joseph und den Fox Gletscher mit einer Landung auf dem Eis des Fox. Alles hat sich wie ein Traum angefühlt. Ich konnte es noch gar nicht richtig fassen, weil ich fast nicht mehr damit gerechnet hatte, dass es noch klappt, da war es schon wieder vorbei. Die Zeit in diesem Gefährt war unglaublich und es ist definitv ein wahnsinns Highlight für mich hier in Neuseeland. Jetzt weiß ich, was diese Gletscher wirklich zu bieten haben, denn von unten sieht das Eis so dreckig und unspektakulär aus, aber wenn du dann plötzlich auf dem höchsten Punkt des Gletschers stehst, ist alles schneeweiß. Das war so unglaublich dort zu landen. Man konnte keine zwei Schritte gehen, ohne ins Eis einzubrechen und ist es einem doch gelungen, hat man sich gleich wie Jesus gefühlt. Auch habe ich es nicht geschafft meine Augen richtig aufzumachen, denn das Eis hat so die Sonnenstrahlen reflektiert, dass es unmöglich war dort ohne Sonnenbrille normal zu schauen. Die ganze Zeit während ich auf dem Gletscher stand und auch mit kurzen Hosen im Eis saß, habe ich aus voller Seele gelacht. Es war ein Moment, wie ich ihn noch nie erlebt habe und das Gefühl kann man einfach nicht in Worte fassen! Über diesen Augenblick kann ich sagen: Das ist etwas, was ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde!
Der Einfachheit halber packe ich jetzt mal alle Fotos von dort hier an das Ende.
P1110861                                               P1110862                                                                                               Als erstes sind wir über das wunderschöne Tal vom Fox River geflogen. Atemberaubend, oder?
P1110889                                                                                                  Dann ging es zum Franz Joseph Gletscher, der wesentlich kleiner ist, als der Fox.
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P1110898                    P1110909                           P1110911                                                                                                  Ich finde die Bilder sehen unglaubwürdig aus.  P1110930                                                                                     Wahnsinn, wie die Wolken hinter dem Berg liegen, oder? So langsam erkennt man in vielen Bildern Herr der Ringe. 
P1110941                                                                                               Der Schatten meines Helicopters, ich bin vorher noch nie mit so etwas geflogen.
P1110948                                                                                              Den Berg kennt ihr: Mount Tasman.
P1110950                                                                                                      Oh ja, ich stehe da wirklich auf einem Gletscher, genau neben einem Helicopter in Shorts.
 
P1110956                                                                                               Die Bilder von mir auf dem Gletscher sind mehr als eine Katastrophe, hier schaue ich mal nicht so scheiße, das sieht nur etwas dumm aus, weil ich mal wieder gerade ins Eis einbreche, aber ihr sollt mir ja glauben, dass ich da wirklich war, auch wenn ich es selbst nicht so richtig fassen kann.
 P1110973                                                                                                   …dem Mount Tasman so nah!
P1110980                                                                                                                        Das nenne ich mal Gletscherspalten!
P1110992                                                                                                   einfach noch ein weiteres Foto vom Eis, was mir gut gefällt
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mein kleines Örtchen, wo ich schon fast nicht mehr bin, von oben

Das war einfach das größte Geschenk, was ich dieses Jahr bekommen konnte und es war eine unvergessliche Zeit, danke!

Liebste, noch immer Vorweihnachtsgrüße, eure Magda.

Ich bin die erste Wahl!

Hallo meine Lieben,

es gibt meiner Meinung nach wunderbare Neuigkeiten: Ich habe meinen nächsten Job!
Vor einigen Tagen habe ich mich als Au Pair für ein fünfzehn Monate altes Mädchen beworben. Die Mutter hat ein skype-Gespräch vorgeschlagen, wovor ich wirklich ein bisschen Angst hatte, aber dann hat sich spontan herausgestellt, dass sie aus Deutschland ist – schon lustig. Das war jedenfalls wirklich Zufall, denn ich habe ehrlich gesagt nicht so den Drang unbedingt mit Deutschen zutun zu haben, aber die Anzeige – die natürlich auf Englisch war – fande ich eben wirklich toll und spannend. Das Videogespräch war gut und wir zwei haben uns irgendwie auf Anhieb verstanden, alles hat eigentlich super gepasst, nur gab es da dann doch ein Problem: Ich habe ja meiner Gastfamilie hier versprochen, dass ich bis Weihnachten bleibe und das will ich auch gerne, jedoch braucht die Familie so schnell wie möglich ein Au Pair für ihr Kind. Das Mädchen heißt Carla und ich habe sie sogar schon gesehen, auch wenn sie mit Sicherheit von dem Computer ziemlich verwirrt wurde. Am Ende meinte die Mom, dass sie mich echt gerne nehmen würde, aber dass es eben bis Weihnachten noch eine wirklich lange Zeit ist.
Dann saß ich ein paar Tage wie auf Kohlen, weil sie meinte, dass sie sich noch ein paar Bewerber anschaut und mir dann Bescheid gibt. Ich habe eben mehr oder weniger gehofft, dass sie keine Bessere findet, auch wenn das ja für die Familie gerade ziemlich blöd wäre. Aber für mich wäre es einfach ein Traum auf ein kleines Mädchen aufzupassen – zumal ich wirklich viel mit ihr machen könnte.
Heute früh habe ich dann eine Antwort bekommen. Und zwar, dass sie mich so bald wie möglich und so lange wie möglich wollen. Ich freue mich noch immer so riesig, das glaubt ihr mir gar nicht. Es ist wunderbar, dass ich diesen Job machen kann und ich bin mir ziemlich sicher, dass er mir sehr gefallen wird! Die Familie hat ein Hostel und somit werde ich auch dort immer mal mit helfen – aber darin bin ich ja nun wirklich geübt. Das ist auch toll, weil ich dann mal wieder ein paar junge Menschen zu Gesicht bekomme. Außerdem werde ich dort auch Auto fahren – das wird sicher auch nochmal spannend!
Ich kann nur sagen, dass ich verdammt glücklich bin und mich einfach unglaublich auf dieses kleine Kind freue!
Jetzt wisst ihr Bescheid: Nach Weihnachten werde ich die gewohnte Umgebung verlassen und ein bisschen weiterreisen, um als Au Pair mein Glück zu versuchen. Ich freue mich sehr!

Bis bald mal wieder, eure Magda.

Genießerin

Hallo ihr Adventskinder,

heute durften hoffentlich die meisten von euch ihr erstes Türchen am Adventskalender öffnen und sich über eine kleine Überraschung freuen. Ich habe gestern auch ein kleines Adventspäckchen bekommen und kann jetzt jeden Tag bis Januar einen schönen Text lesen – danke für einen “Anderen Advent” Mama!
Lange habe ich mich jetzt schon nicht gemeldet, aber nun habe ich mal wieder Lust und Laune. Es sind einfach keine großartig neuen Dinge hier passiert. Ich wohne noch immer mit im Haus meiner Gastfamilie und das auch noch immer gerne. Die Leute sind noch immer echt lieb und die Arbeit macht noch immer Spaß. Mir geht es somit weiterhin bestens hier, aber nach Weihnachten muss ich dann echt mal ein bisschen weiterreisen, sonst schaffe ich es am Ende gar nicht zurück nach Auckland.
Letztens hatte ich zusammen mit meiner Gastfamilie mein erstes, neuseeländisches Barbecue mit Fleisch natürlich, selbstgemachtem, mega leckerem Salatdressing – von der Oma – und Maiskolben, die auch auf dem Grill waren. Das war so verdammt lecker und wie immer voll gemütlich und nett mit der ganzen Familie!
Übrigens ist der liebe Franz gerade auf dem Weg nach Auckland. Das ist alles schon irgendwie lustig!

Vor ein paar Tagen hat eine Freundin, Sophie, kurzfristig zweimal in Fox übernachtet und da haben wir uns natürlich sofort verabredet. Ich habe sie in einem Hostel in Auckland kennengelernt, als ich gerade vor meinem ersten Job geflüchtet bin. Am ersten Nachmittag hier sind wir zum See gegangen. Lake Matheson ist ein sehr bekannter See in der Gegend und der ist wirklich nicht weit weg von mir. Die beiden Berge spiegeln sich mega schön im Wasser – wenn es windstill und wolkenlos ist.
P1110660                                                                                            Jedoch war es an diesem Tag sowohl windig, als auch wolkig, aber dass es faszinierend aussehen kann, könnt ihr euch bei dem Bild ja vielleicht trotzdem vorstellen.
Dort gibt es ein richtig gutes Café, was wir uns an dem Tag dann auch gegönnt haben, zumal wir beide noch kein Mittag gegessen hatten. Anschließend sind wir – uns dauerhaft irgendetwas erzählend – zurück zu meinem Motel gelaufen, wo wir dann noch richtig lecker Abendessen zusammen gemacht und viel gelacht haben.
P1110696                                                                                               Guckt mal, das ist ein Gesicht, was Sophie gestaltet hat, haha. Der Kartoffelbrei ist selbstgemacht und war sehr, sehr schmackhaft.

Den zweiten Tag haben wir auch noch gemeinsam genutzt – um zum Gletscher zu gehen. Ja, ich habe nach anderthalb Monaten in Fox auch endlich mal das Eis hier gesehen. Fast unglaublich, oder? Leider war das Wetter nicht so nett zu uns, der Himmel war mal wieder mit Wolken bedeckt und es hat auch zeitweise richtig heftig geregnet. Aber toll und vor allem sehenswert war es trotzdem!
P1110700                                                                                                Das ist der Teil vom Gletscher, den man sehen kann, ohne im Helikopter zu sitzen, aber das Eis geht rechts hinter dem Hügel noch wesentlich weiter.
P1110728                                                                                   Natürlich gab es wieder nette Leute, die uns gefragt haben, ob sie ein Foto von uns beiden machen sollen.
Auch der Rückweg war richtig schön, weil man so durch dieses Tal gegangen ist, wo jetzt der Fluss langfließt, aber früher ging das Eis auch viel, viel weiter. Da gab es auf dem Weg dorthin Markierungen, wann der Gletscher bis zu welchem Punkt ging. Das war schon echt erstaunlich.
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Da stand ich auf sowas wie einem Felsen, aber das sieht man leider nicht so gut.

Und nun zum traurigen Teil des Tages: Ich habe meinen Objektivschutz verloren – aber meiner Kamera geht es ansonsten bestens! Wir saßen auf einem Steinhaufen und ich wollte ein Foto von der Landschaft machen, weil das so schön aussah. Mir ist dann die Kappe runtergefallen und natürlich übelst ins Geröll – da hat auch Steine verschieben nichts geholfen, leider.
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Dort irgendwo habe ich mich jetzt verewigt – ohne das es jemals jemand sehen wird.

Ändern kann ich es jetzt eh nicht mehr und eine neue ist glücklicher Weise nicht teuer und auch nicht so kompliziert zu beschaffen, also ist das eben so wie es ist.
Der Weg zurück zur Stadt war nochmal echt schick und sogar recht weit – fünf Kilometer ungefähr.
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P1110760                                                                                              Erst waren wir auf einer voll coolen Hängebrücke, die über den Gletscherfluss geht.
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Und dann ging es scheinbar mitten durch den Urwald. Ganz als Jungelkind gehe ich wohl noch nicht durch, aber ich bin immerhin schon einmal barfuß!

An dem Abend haben wir uns entschieden bei Sophie im Hostel zu kochen und auch diesmal war das Essen echt supi lecker.
P1110784                                                                                                Das ist Reis mit Kürbis und Zwiebel in so indischer Soße mit verdammt leckere Tomaten.
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Zum  Schluss hat Sophie mir noch etwas ziemlich abscheuliches präsentiert – Milchpulver. Gib es zu Wasser dazu und du erhälst eine mehr oder weniger leckere, mehr oder weniger echte Milch – meiner Meinung nach komplett widerlich!

An dem Abend waren richtig viele Deutsche im Hostel und tagsüber am Gletscher auch – das war irgendwie voll komisch und teilweise etwas anstrengend.
Es war zwei wunderschöne Nachmittage mit der tollen Sophie und wir hatten unglaublich viel Spaß zusammen.

In letzter Zeit habe ich mich an einigen Rezepten probiert und möchte euch natürlich auch ein bisschen daran Anteil haben lassen, auch wenn ihr leider, leider nicht probieren könnt – aber ein bisschen Neid ist vielleicht auch nicht schlecht.
Als erstes gab es Chocoflakes.
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Ich habe mich – wer hätte etwas anderes erwartet – für yummy weiße Schokolade entschieden.
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Es gab welche mit normalen Cornflakes und welche mit so Schokosnaps.

Ich hätte zwar durchaus mehr Knusperzeug nehmen können, aber für den ersten Versuch, der komplett frei Schnauze war, war ich mit dem Produkt doch echt zufrieden!
Dann habe ich mich endlich an Bananenbrot versucht. Falls ich davon noch nicht geschwärmt habe, muss ich das unbedingt jetzt nachholen! Das gibt es hier in den meisten Supermärkten in der Backwarenabteilung. Es ist ein saftiges, mega leckeres, nach Banane schmeckendes Gebäck, was wohl mehr als Kuchen bezeichnet werden sollte. Man kann es einfach so mampfen, man kann irgendwas leckeres, wie Nutella draufschmieren und man kann es auch noch toasten – dann schmeckt es wie gebackene Banane – einfach genial! Jedes Mal wenn ich es irgendwo entdecke, schaffe ich es am Ende nicht daran vorbeizugehen, ohne eins mitzunehmen.
P1110791                                                                                              Wer hätte gedacht, dass da wirklich Bananen reinkommen? Und die waren so reif, dass man die fast nur noch hätte zum Backen benutzen können, also perfekt um ein tolles Aroma zu erzielen.
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Mein erstes selbstgemachtes Bananenbrot war echt gut und auch wirklich schnell alle. Das ist aber auch richtig so, da es am besten schmeckt, wenn man es ganz frisch ist.

Gestern habe ich einen Vanilleaufstrich gemacht, bei dem ich anfangs wirklich skeptisch war, aber jetzt finde ich den super lecker.
Es ist einfach klasse eine schön große Küche mit ordentlicher Ausstattung und gut funktionierenden Geräten zu haben, denn im Hostel würde einem so etwas durch die Vorraussetzungen dort schon wesentlich erschwert werden.
Meine Gastfamilie hat bisher auch alles gekostet und fanden es immer super lecker, also können sie wirklich nicht schlecht gewesen sein, außerdem haben sie mir ja auch geschmeckt.
Ach ja, das habe ich bisher ganz vergessen. Es gibt eine kleine Planänderung für Weihnachten. Melanie und ich haben beschlossen, dass es für sie nicht wirklich sinnvoll ist hier zu sein, weil sie noch einen richtig weiten Weg zurücklegen müsste und in der Zeit gar nicht mehr schaffen würde, sich alles spannende hier anzuschauen. Das ist aber nicht dramatisch, weil sie schon einen Platz bei einer Familie für die Zeit hat und ich ja mit meinen Leuten super auskomme.
Nach Weihnachten werde ich mich auf den Weg machen, um ein paar neue Gegenden zu sehen und würde am liebsten als Au Pair anfangen. Inwiefern ich da am Ende etwas passendes finde, weiß ich heute leider noch nicht.

Habt alle eine schöne Adventszeit und seid immer gespannt auf das nächste Türchen im Kalender, eure Magda.

Tapetenwechsel nach genau einem Monat

Hallo fast Winterkinder,

dass mit den Jahreszeiten muss ich einfach immer wieder aufgreifen, weil ich es mir irgendwie nicht vorstellen kann und es einfach lustig finde. Hier kann man sich gar nicht wie November, oder auch wie doch schon wirklich kurz vor Weihnachten fühlen – immerhin renne ich annähernd jeden Tag mit kurzen Hosen durch die Kante und werde dabei erstaunlich braun. Das wurde mir jetzt schon so oft bei skype gesagt, dass es wohl stimmen muss – also bekommt man hier anscheinden nich nur schneller einen Sonnenbrand, sondern man wird auch brauner – wie praktisch!
Gestern vor einem Monat bin ich im Motel hier am Gletscher angekommen. Zwar habe ich das Eis bis heute noch nicht gesehen, aber mehr oder weniger weil ich immer zu faul war bis dorthin zu laufen, denn es gibt dann ja noch den Rückwegund alles in allem ist dann schon ganz schön weit. Jedenfalls bin ich gestern zu meiner Gastfamilie ins Haus gezogen. Das hatten wir schon länger geplant, da hier jetzt die Saison richtig anfängt und die Familie gut daran tut alle ihre Units zu vermieten und nicht eine an eine Arbeiterin zu vergeben. Ich fand die Idee klasse: noch mehr Teil des Lebens der Familie sein, nicht mehr allein wohnen, deutlich bessere Möglichkeiten zum Kochen und Backen haben und natürlich auch Internet nutzen zu können, ohne vor die Tür gehen zu müssen. Mein Kram von der Unit in mein neues Zimmer zu räumen, war kein großer Akt, immerhin passt das ja alles auch irgendwie in zwei Rucksäcke.
P1110608                                                                                                Ein großes Bett habe ich noch immer und meine Gastmutter meinte, dass es das bequemste ist, was sie hier haben – voll krass!
P1110609                                                                                           Mein Essen (was nicht gekühlt werden muss), sollte ich auch hier herstellen. Bisher geht das noch ganz gut, aber ich habe auch fast nichts mehr an Nahrung.
P1110610                                                                                                Und einen kleinen Schreibtisch habe ich auch – für mich unabdingbar!
Das Zimmer ist zwar viel kleiner, aber ich mag es, die riesen Unit brauchte ich wirklich und wahrhaftig nicht! Jedoch wird es nachts noch echt kalt! Ich habe die Vorhänge nicht zugezogen, weil ich so gern durch die aufgehende Sonne und nicht durch den Wecker wach werde. Nun sind die Neuseeländer ja leider in Sachen Fensterverglasung etwas zurückgeblieben und somit kühlen sich alle Räume nachts extrem stark und schnell ab.
Morgen fahre ich dann endlich mal wieder Essen einkaufen – nach fast einem Monat! Dafür bekomme ich einen Tag frei und mache mich mit meinen Gasteltern auf den Weg zur nächsten Stadt mit ordentlichem Supermarkt, wahrscheinlich werden wir auch erst am späten Nachmittag zurück sein, aber mir fehlen echt einige Nahrungsmittel.
Es gibt jetzt auch schon neue Pläne für die nächste Zeit: Ich werde ein Kiwi-Weihnachten hier bei den so lieben Leuten erleben! Aber nicht allein: Melanie kommt ein bisschen vor Weihnachten zu mir und wir verbringen die Tage dann gemeinsam hier. Das wird sicher echt schön – auch wenn wir dann an den Feiertagen arbeiten müssen. Immerhin werden wir ja auch dafür bezahlt!
Übrigens ist es in Neuseeland gang und gäbe seinen Lohn wöchentlich zu bekommen und somit wurde ich jetzt schon viermal, mal mehr und mal weniger gut, bezahlt, aber alles in allem bin ich hier unglaublich zufrieden. Es geht mir wirklich bestens!

Vorweihnachtsgrüße, eure Magda.

Hier ist es schön.

Auch wieder einmal ein Hallo von mir,

jetzt habe ich mich länger nicht gemeldet, weil es wirklich keine großartigen Sachen zu erzählen gab, aber nun ist doch einiges passiert und da will ich euch auch mal wieder schreiben.
Vor einigen Tagen habe ich mit meiner Gastfamilie am Nachmittag eine Vogelscheuche gebaut, wir hatten riesen Spaß und das Resultat ist wirklich akzeptabel. Leider hat dem guten Mann die tolle Blondinenperücke nicht gepasst, da habe ich sie eben dem Opa aufgesetzt, der doch wirklich klasse damit aussieht, findet ihr nicht auch?
P1110299                                                                                               ein echtes Perückengesicht eben
P1110304                                                                                                          “Lenas kiwi-boyfriend” meinte Gavin, mein Gastvater – ein bisschen unförmig vielleicht und zu leblos, irgendwie
Man kann doch hoffentlich sichtlich erkennen, dass es viel zu lachen gab!

Die Sonne gibt sich große Mühe, mich gut auf den Sommer einzustimmen, ich kann schon kurze Hosen tragen und genüsslich draußen meine Zeit verbringen, noch dazu mit einem beeindruckenden Blick auf die Berge.
P1110312                                                                                                    Noch ist die Sonne nicht über die Berge geklettert.  P1110314                                                                                                      Weil es einfach schön ist.

An einem Abend, als ich gerade zu meinem Zimmer gelaufen bin, wurde mir der Blick auf einen wunderschönen, fast unwirklich erscheinenden Himmer vergönnt. Ihr könnt euch ja sicher vorstellen, wie ich da geflitzt bin, um mein bestes Stück zu holen – Moment einfangen und festhalten war das Ziel.
P1110332                                                                                                      Hat es nicht etwas traumhaftes?
P1110330                                                                                                                         Wie viele Farben hat der Himmel?

Manchmal ist in diesem kleinen Kaff wirklich was los – so gestern. Bei der Veranstaltung gab es genug Spiel und Spaß für alle Kinder, eine kleinen Flohmarkt zum Stöbern, tolle selbstgemachte Leckerein zum Geldverschwenden, aber vor allem zum Genießen, yummy Abendbrot, um nicht jedenTag das gleiche zu kauen.
P1110343                                                                                                Cakes & Sweets made with ♥
Es war ein toller Abend, an dem ich viel zu viel gegessen habe, aber so ist das nun mal in einem anderen Land: Immer wieder kommt der Gedanke hoch, dass man so etwas Zuhause nicht einfach bekommt und dann muss man es ja irgendwie doch probieren! Von dem Selbstgebackenen hat mich vieles so sehr angelacht, dass ich es am Ende einfach nehmen musst. Ich hatte sozusagen keine andere Wahl. Jetzt habe ich alles probiert und bereue wirklich keinen einzigen Kauf, eher habe ich Angst davor, wenn es komplett in meinem Magen gelandet ist, denn der Geschmack ist mehr als wunderbar, wirklich!
P1110553                                                                                            Macarons, vor allem selbstgemacht, sind wirklich verdammt schmackhaft – und auch noch etwas für das Auge!
Außerdem bin ich nun – da meine eigenen fast zu Ende sind – stolzer Besitzer von zwei neuen Büchern, die ein Plätzchen in meinem Rucksack finden müssen.
Es gab auch ein paar nette Attraktionen, wie das Entenrennen. Ihr kennt ja sicher die Gummienten, bei denen ich nicht wirklich glauben kann, dass jemand erwachsenes sie mit in seine Badewanne nimmt (außer vielleicht Loriot), welche man eben auf einem Bach um die Wette schwimmen lässt und zu guter Letzt einen Gewinner kürt.
P1110418                                                                                                                                             Manche sind leider des Schwimmens nicht so mächtig.
P1110430                                                                                                  Ist das nicht ein hübscher Zwilling?
Diese zwei süßen Mädels sind die Kinder von einer Freundin meiner Gastfamilie und ich kann mich einfach nicht an ihren tollen Gesichtern mit den liebevollen Sommersprossen sattsehen. Immer musste ich mich beherrschen, dass ich die zwei nicht so anstarre, aber die haben es mir eben angetan.
Auch durfte ich etwas typisch neuseeländisches miterleben. Es werden Süßigkeiten über eine Wiese geworfen und alle dann doch irgendwie hunrigen Kindern rennen hinter diesen her und versuchen möglichst viel für sich zu gewinnen, um später alles mit vollem Stolz zu verschlingen. Um dies etwas spektakulärer zu gestalten, lässt man in Fox die Leckerlies aus einem Helicopter fallen. Das war eine Erfahrung wert – auch wenn ich den Bonbons leider nicht hinterhergerannt bin.
P1110361                                                                                          Noch fliegen alle Bonbons durch die Luft…
P1110363                                                                                                    …aber jetzt dürfen die Kids gleich losrennen.

Leider waren die Süßigkeiten auf die Entfernung dann doch etwas klein, jedoch kann man es mit scharfem Auge dennoch erkennen.
Nun kommt auch unsere Vogelscheuche zum Einsatz! Jeder, der eben Lust und Laune dazu hat, konnte seine selbstgemachte Strohpuppe mitbringen, nur nach Hause sollte sie nicht mehr zurückkommen.
P1110340                                                                                                  Anfangs standen sie alle ganz ordentlich in einer Reihe am Zaun. (Unsere ist die ganz rechts.)
P1110431                                                                                                   Als es dunkel zu werden begann, wurden sie mit einem riesen Berg aus Holz in Brand gesteckt.
Warum auch immer man hier Vogelscheuchen verbrennt, das Feuer hat mich schön gewärmt, als es begann wirklich kühl zu werden.
P1110453                                                                                                                           Sehr schnell konnte man all die Puppen nicht mal mehr erahnen, aber das Feuer hat noch lange und schön gebrannt.
Der krönende Abschluss war ein kleines, fast winziges, aber doch sehr feines und etwas zu langatmiges Feuerwerk, wo ich meine Kamera doch gut zum Einsatz bringen konnte. Das war einer der Momente, an dem ich mir jemanden an meine Seite gewünscht hätte, der mich einfach ganz doll an sich drückt.
P1110524                                                                                                  Ich mag es, weil man das Feuer in der Luft – was knallt – und das auf der Erde – was knistert
- sehen kann
.
P1110470                                                                                                ein nettes Zufallsprodkut
P1110489                                                                                               einfach schön
P1110473                                                                                                     und noch eins, weil ich mich nicht entscheiden konnte
Ich hatte also eine schöne Zeit gestern und habe es genossen, ein bisschen was zu erleben.
Hier gibt es endliche eine Menge Arbeit und so klimpert auch meine Kasse etwas mehr – natürlich sehr zu meiner Freude. Die Familie ist wunderbar und es kann einem noch immer nur gut gehen, wenn man bei ihnen ist. Bald ziehe ich auch richtig bei der ihnen ein und bekomme ein Zimmer hier im Haus, darauf freue ich mich total, weil es einfach gemütlicher ist, ich dann noch ein weniger mehr zur Familie gehöre und vor allem, weil ich mich dann an ein paar Rezepten probieren kann, da ich viel bessere Möglichkeiten haben werde. Mir geht es also bestens und ich freue mich, noch ein bisschen hier am Gletscher zu sein!
Am See war ich jetzt auch schon einmal, nur war es an dem Tag bewölkt und viel zu windig, um wirklich spektakuläre Fotos zumachen, zumal ich meine Kamera auch gar nicht erst mitgenommen habe. Aber wenn ich es schaffe, dort tolle Bilder zu schießen, bekommt ihr die ganz sicher zu sehen!

Ich hoffe, ihr habt es bis hierher geschafft, denn jetzt lasse ich euch auch für das erste in Frieden und schicke euch ein bisschen Sommerluft in meine Heimat, eure Magda.

fünzig Tage von Zuhause weg

Hi ihr, die ihr bald frieren müsst,

heute bin ich wirklich schon so lange weg! Könnt ihr euch das vorstellen? Ich mir irgendwie nicht! Aber ich merke ja, dass ich mich bestens eingelebt habe, in dem doch so schönen Land. So etwas hätte ich vor fünzig Tagen nie und nimmer behauptet. Es hat sich einiges verändert, das gebe ich unumwunden zu!
Fünzig ist eine wirklich große Zahl und ich war weder schon einmal so lange von meiner wunderbaren Familie, noch von meinem liebsten Freund weg. Das finde ich enorm!
Noch dazu war heute ein wirklich guter und auch schöner Tag für mich! Nach vier Tagen Dauerregen, der nun wirklich nicht als nieseln oder tröpfeln abgestuft werden kann, mit immer wiederkehrenden mächtig intensiven Gewittern, bei denen mindestens einmal der Blitz im Umkreis eingeschlagen hat und noch ein paar mal Hagel zur Abwechslung, haben wir hier nun seit drei Tagen einigermaßen beständiges Wetter. Man kann draußen sitzen; wenn die Sonne scheint, muss ich schon wieder aufpassen, dass ich mir keinen Sonnenbrand hole und endlich habe ich den Geruch von Frühling in der Nase!

P1110235                                                                                                     Da war es noch kalt. Rechts der schneebedeckte Zipfel ist der Mount Cook und links der der Mount Tasman. Wenn ihr das Bild mit dem anderen vergleicht, werdet ihr sehen, dass hier der Schnee gefährlich nah ans Tal herangekommen ist. Es war also wirklich kalt!

Eigentlich gab es heute keine Arbeit für mich, aber dann durfte ich vier Stunden lang Fenster putzen. Ich bin hier um Geld zu verdienen und daher über jede Möglichkeit so zu tun glücklich und mache es auch wirklich gern! Somit hat das meine Laune schon einmal deutlich aufgehellt. Außerdem wurde ich von den alten Leuten, mit denen ich gerade quasi zusammenarbeite, bis das Ehepaar wieder aus dem Urlaub zurück ist, zu einem Kaffee in den Ort eingeladen. Das war so lieb und ich habe mich unglaublich darüber gefreut! Am Anfang hatte ich nämlich sehr stark das Gefühl, dass ich der Oma einfach nicht passe und habe die gesamte Zeit nicht verstanden warum. Jetzt mag sie mich anscheinend doch und nachdem ich die ganze Arbeit beendet habe, durfte ich ein “Good girl!” von ihr hören, was mir doch ein Lächeln auf meine Lippen zauberte. Sie hat mich noch nie in irgendeiner Form wirklich gelobt und von daher war das ein wirkliches Kompliment für mich. Da muss man doch ehrlich sagen, dass heute ein gelungener Tag ist, oder was meint ihr?
Mir gefällt es hier wirklich immer besser, vor allem tut es gut, dass die Sonne sich ein bisschen öfter zu erkennen gibt. Ich finde mich bei der Arbeit schon bestens zurecht und es ist fast alles völlige Routine geworden. Daher ist es morgens manchmal schwer sich richtig dafür zu motivieren, aber wenn ich dann meine Musik höre, ist die Welt wieder in Ordnung.
Und mein erstes Tagebuch ist auch schon vollgeschrieben, was mich fast ein bisschen schockiert – nach gerade einmal anderthalb Monaten. Mein tolles Buch habe ich leider auch “aufgelesen” und die Nummer zwei ist noch viel weniger als die Nummer zwei und oftmals nicht einmal mittelprächtig, aber ohne zu lesen wäre es hier manchmal wirklich zu langweilig!
Noch eine spannende Neuigkeit habe ich für euch! Ein Kumpel, den ich und einige von euch auch über David kennen, nämlich Franz, kommt nach Neuseeland und wahrscheinlich sogar schon im November! Ist das nicht cool? Ich freue mich total ihn hier zu sehen und wir werden sicher ein paar schöne Sachen miteinander erleben!

Ich genieße jedenfalls mein Leben hier und hoffe ihr alle tut das genauso. Wenn es spannende Neuigkeiten gibt, etwas anderes als routinierte Hausarbeit, dann schreibe ich euch natürlich, eure Magda.

Ich wollte ja nur Essen zu leistbaren Preisen kaufen…

Na ihr manchmal doch Beneidenswerten,

wie ihr ja im letzen Post gelesen habt, ist es hier mit der Verpflegung etwas kompliziert. Noch dazu ist das Ehepaar, dem das Motel gehört, heute früh in den Urlaub gefahren. Somit hätte ich wieder auf längere Zeit kein Essen zu ansatzweise normalen Preisen kaufen können. Die Leute hier sind aber ganz einfach so nett, das es für fast jedes Problem eine Lösung gibt, so auch für meine Lebensmittelknappheit!
Ich bin also gestern zusammen mit dem Mann LKW gefahren. Bei gutem Wetter fährt er nämlich Sand oder etwas in der Art von einem Ort zum nächsten – ein ziemlich ermüdender Job. Jedenfalls fährt er eben am Ende in die Stadt, wo der nächste normale Supermarkt ist, meine Chance! Dort waren wir dann schließlich um elf Uhr, aber die Zeit vorher ging verblüffend schnell rum.
Manchmal war mir das alles schon suspekt und ich habe die Sitten von Neuseeländern etwas kennengelernt, zum Beispiel schamlos laut zu rülpsen und fluchen kann der, das ist erstaunlich! Wir haben einmal doch wirklich riskant einen Radfahrer überholt, der sich ganz sicher etwas bedrängt gefühlt hat, das war angsteinflößend! Und dann ist uns ein anscheinend wirklich dummer Vogel genau gegen das Dach geflogen und auf meine Frage ob der jetzt sterben muss, kam ein ziemlich unbeeindrucktes und kühles “Yes!”, tja so ist das anscheinend.

P1110222                                                                                               Das kleine Wölkchen schafft es leider nicht über den Berg.
P1110223                                                                                              Hier werden öfter mal ganze Kuhherden über die einzige Straße in der Umgebung geführt, sehr spannend!

Im Supermarkt wurde mein Gehirn mal wieder unter Beweis gestellt und hat gezeigt, dass es bestens funktioniert! Meine Einkaufsliste war wirklich lang, aber ich musste sie nicht einmal anschauen und habe trotzdem an alles gedacht. Da war ich schon ein bisschen stolz auf mich! Aber ich habe ja auch ein halbes Vermögen dafür ausgegeben… Jetzt muss das erstmal für eine längere Zeit reichen, sonst habe ich irgendwas falsch gemacht. Mit Obst und anderen frischen Sachen ist es daher hier unten wirklich kompliziert. Der kleine Laden im Ort hat weder eine große Auswahl, noch Früchte, wo das Auge gerne mitisst, aber ein bisschen arrangieren kann ich mich auf jeden Fall! Somit habe ich jetzt haltbare Sachen auf Vorrat gekauft und dabei versucht Vielfalt in das Ganze zu bringen – und jetzt glaubt bloß nicht, das sei so einfach!
Alles in allem muss ich wohl doch endlich lernen richtig zu kochen, um nicht jeden zweiten oder dritten Tag dasselbe essen zu dürfen. Soweit hört sich das ja echt gut an, den gerade habe ich wirklich die Zeit dazu!
Gestern musste ich damit auch nicht arbeiten, aber die Frau hat ganz oft gesagt, dass das echt in Ordnung ist und ich in nächster Zeit schon noch genug zu tun haben werde. Es stellt sich mal wieder heraus: Diese Familie ist durch und durch liebenswert! Letzens habe ich zum Beispiel etwas zum Abendessen bekommen, obwohl ich mich um meine Mahlzeiten ja völlig allein kümmern muss. Das war dann auch noch richtig lecker: Nachos mit Käse und einer schmackhaften Pampe.
Ab heute bin ich also mehr oder weniger allein beim Säubern des Motels, jedoch bekomme ich tatkräftige und ebenfalls liebe Unterstützung von den Eltern der Frau. Das Ehepaar ist jetzt für fast zwei Wochen im Urlaub – bevor die Saison hier richtig los geht, meinten sie. Somit werde ich jeden Augenblick zum Geld verdienen nutzen, insofern Arbeit zu erledigen ist.

Mal wieder völlig regnerische und doch recht kühle Grüße, eure Magda.

purer Genuss

Hallo ihr hoffentlich noch Neugierigen,

Vorgestern bin ich von Nelson nach Fox Glacier gefahren, eine zehn Stunden-Fahrt in einem Bus, wo meine Knie immer den Vordersitz berührt haben, egal wie sehr ich mich angestrengt habe. Das geniale: Der Busfahrer hat an den Pancake Rocks eine Pause gemacht und wir konnten uns die anschauen. Da hat man gleich richtig gute Laune bekommen, denn so schnell wäre ich dort wohl sonst nicht hingekommen.

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P1110161                                                                                                  Die Bilder sagen wohl, warum die “Pancake Rocks” heißen.

In Fox Glacier wurde ich von der Frau vom Motel vom Bus abgeholt und erstmal zu ihnen ins Haus gebracht um etwas mit ihnen zu trinken.
Als ich mein Zimmer bekommen habe, war ich total baff, es ist einfach der Wahnsinn! Eigentlich ist das eine richtige Wohung, zumindest für das, was ich in letzter Zeit gewohnt bin! Ich habe drei Betten zur Auswahl und habe jetzt die Tür zum Schlafzimmer schon richtig zu gemacht, weil ich das einfach nicht brauche, das wäre viel zu groß! Sozusagen lebe ich jetzt in einem riesigen Zimmer, bestehend aus Küche, Wohn- und Schlafzimmer, natürlich gibt es zusätzlich noch ein Bad. Aus dem Fenster raus schaue ich genau auf den Mount Cook und den Mount Tasman, wobei der erste der höchste Berg Neuseelands ist – schon echt spektakulär!

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P1110190                                                                                                Für mich ist das echt mehr als riesig, auch wenn ich das Schlafzimmer gleich gar nicht benutze!
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P1110193                                                                                                    Das ist der Blick aus meinem Fenster, wenn die Wolken mal weg sind und es gerade nicht regnet.

Und damit noch nicht genug: Die Arbeit ist gut, machbar und ich habe sogar Spaß dabei. Außerdem verdiene ich Geld, was ich gerade wirklich als Luxus hier unten ansehe. Das allerbeste sind die Leute! Diese Familie ist unglaublich lieb und nimmt mich richtig auf, obwohl ich ja eigentlich nur die Angestellte bin. Ständig bekomme ich Essen und Trinken angeboten, gestern war ich hier sogar zu einer Party eingeladen, das ist der Wahnsinn. Ich kann euch sagen, dass man sich nur schrecklich wohl fühlen kann. Und dann noch das Essen… Langsam merke auch ich, dass wohl wirklich leider jeder im Ausland zunimmt. Es gibt so viele neue und dann auch noch schlimm leckere Sachen, dass man sie einfach probiert haben muss! Wenn man dann auch noch so oft gefragt wird, ob man noch etwas haben will, ergibt man sich irgendwann dem Drang… leider und zum Glück, denn diese Geschmackserfahrungen wollte ich mir echt nicht entgehen lassen! Ja und zu guter Letzt noch die wunderschöne Umgebung, alles ist grün, oder die Gipfel der Berge eben von Schnee bedeckt. Vorhin ist einfach eine Kuhherde auf der anderen Straßenseite langgetrieben wurden und gestern Abend hat es plötzlich richtig aufgeklart, seit dem haben wir hier Sonnenschein und blauen Himmel, das kann man ja nur genießen!
Aber man ist wirklich ziemlich abgeschnitten von allem. Gestern war ich in dem einzigen Lebensmittelladen in dem Ort, es sind ca. zwei Kilometer bis dort, was mir aber nichts ausmacht. Erstens würde die liebe Frau hier mich auch hinfahren, zweitens laufe ich ziemlich gern (vor allem mit so einen tollen Hörspiel, liebster Bruder) und drittens habe ich das Fahrrad der Frau bekommen für die Zeit, die ich hier sein werde. Aber die Preise in diesem einzigen Geschäft, wo es Essen gibt, waren einfach nur unfassbar. Mir sind echt die Gesichtszüge entglitten – alles kostet fast doppelt so viel, wie in normalen Geschäften! Leider gibt es da auch nicht wirklich eine andere Möglichkeit, denn die nächste Stadt ist zwei Auto- bzw. vier Busstunden entfernt und das klappt bei mir zeitlich nicht, weil ich ja noch arbeiten muss – nebenbei. Die Leute hier fahren vielleicht ein- oder zweimal im Monat dort hin, aber da darf ich dann wenigstens mitfahren. So, den einzigen Mangel kennt ihr jetzt auch, jedoch finde ich dafür sicher auch noch eine Lösung oder zumindest einen Kompromiss!

Ich melde mich wirklich umgehend, wenn ich euch Fotos von hier zeigen kann, eure Magda.