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31. Januar – 04. Februar 2014

was eine zerstörte Stadt

Hallo von der nächsten Station,

vom liebevollen Dunedin ging es weiter nach Christchurch, der größten Stadt der Südinsel. Hier waren 2010 und 2011 zwei ziemlich schlimme Erdbeben, die Christchurchs Zentrum so gut wie gänzlich zerstört haben.
Von allen um mich herum hatte ich gehört, dass es dort wirklich nichts als Zerstörung zu sehen gibt und deshalb war auch ich nur für vier Nächte dort. Viele haben mich noch gefragt, was ich so lange dort machen will. Das stört mich manchmal. Alles ist so schnelllebig, kaum kommt man irgendwo an, geht es schon weiter. Ich finde das auf Dauer anstrengend, dann sieht man irgendwie alles, aber doch auch wieder nichts. Ich schaue mir lieber weniger Plätze an und die dafür ein bisschen länger, weil ich dann auch die kleinen, süßen Ecken entdecken kann und nicht nur das sehe, wo eh jeder Touri hinläuft.
Abgesehen davon ist es gerade hier in Neuseeland schrecklich anstrengend, weil überall, wirklich überall Deutsche sind. In Auckland habe ich mich darüber ja noch gefreut, aber jetzt nervt es mich nur noch! Egal durch welche Innenstadt ich gehe, mindestens jede dritte Gruppe redet deutsch. Da kann mir keiner erzählen, dass das normal ist! Ich habe gehört, dass in Neuseeland zu jeder Zeit eine Millionen Deutsche sind. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber für unrealistisch halte ich es nicht mehr. Das ist schon erschreckend, wenn man bedenkt, dass Neuseeland insgesamt nur ungefähr 4,5 Millionen Einwohner hat.

Christchurch war am Ende dann auch so, wie die meisten gesagt haben. Überall standen Bauzäune und man hätte meinen können, dass die Erdbeben maximal ein halbes Jahr her sind – ein komisches Gefühl. Ich habe fast keine Fotos gemacht, es waren keine schönen Fotomotive.
Am meisten hat mich die zerstörte Kirche berührt, weil ich finde, dass es bei Gotteshäusern noch einmal ganz anders wirkt.
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Diese Kirche ist damals während eines Gottesdienstes eingestürzt, aber es ist dabei keiner ums Leben gekommen.
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Das Kunstwerk steht genau daneben. Ich dachte erst, dass es nach dem Erdbeben gebaut wurde, aber eine Postkarte von der Zeit davor hat mich vom Gegenteil überzeugt.

Die neue Innenstadt besteht nur aus richtig hässlichen Containern, obwohl darin sogar teilweise ganz süße Läden versteckt sind. Zum Beispiel habe ich eine europäische, richtig leckere Bäckerein entdeckt. Auf richtiges, deutsches Brot freue ich mich ja schon länger. Es sieht von außen einfach zu unpersönlich und gesichtslos aus, da fällt es dann auch viel schwerer, in die Läden reinzuschnuppern.

Was wirklich sehenswert ist, ist der botanische Garten in Christchurch. Zum einen ist das eine riesige Grünfläche, wo man durchaus den ganzen Tag verbringen kann, zum anderen gibt es wirklich schöne Pflanzen zu sehen. Mich hat der Rosengarten sehr begeistert.
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Vor dem Eingang vom Rosengarten stand diese tolle Statue, das fand ich echt stilvoll, irgendwie.
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Noch dazu war es wirklich ein schöner, sonniger Tag!
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Es war so schön, weil man an allen Rosen riechen konnte und ihr glaubt gar nicht, wie toll die geduftet haben! So richtig wie Rosen, was man ja bei den meisten Blumensträußen schon nicht mehr hat.

Jetzt beim Reisen sind meine Hostels eigentlich nie genau im Zentrum, weil es etwas außerhalb ganz einfach billiger ist und meist auch ein bisschen ruhiger. Supermärkte sind hier so oder so fast immer außerhalb und deshalb bewegt man sich jeden Tag eigentlich relativ viel, auch wenn man keinen richtigen Sport macht. Damit ihr euch das ein bisschen besser vorstellen könnt: Den einen Tag bin ich mehr als zehn Kilometer gelaufen, weil ich bei ein paar Geschäften ein bisschen abseits war, wie zum Beispiel einem Lebensmittelladen. So viel laufe ich sicher nicht jeden Tag, aber man bewegt sich schon wesentlich mehr als Zuhause, aber ich mag das sogar, irgendwie.

Hoffentlich wird die nächste Stadt schöner, eure Magda.