…weil die Natur hier mehr als bezaubernd ist.

Und da bin ich schon wieder,

nachdem ich jetzt ungefähr dreimal von meiner reizenden Mama aufgefordert wurde, dass ich doch endlich weitererzählen soll, kommt nun auch mein nächster Eintrag, selbst wenn ich gerade auch einfach schön irgendwo in der Sonne gammeln könnte. In letzter Zeit ist das mit Blog schreiben eben so eine Sache, weil ich vielleicht maximal eine Woche an einem Ort bin und mir dort ja auch eher Innenstadt und Umgebung anschaue, als ständig im Internet zu sein, aber dafür bekommt ihr am Ende auch mehr Fotos zu sehen – alles hat eben seine Vor- und Nachteile.

Vom 10. bis zum 14. Februar war ich in der Nähe von Nelson im Abel Tasman National Park wandern und ich habe sowohl davor, als auch etwas danach meine Zeit in Nelson genossen. Der Nationalpark besteht aus einem Wald der direkt an der Küste langgeht. Dort ist auch die Golden Bay – der Name, weil die Strände eben goldig sind.
Man läuft also eigentlich immer an der Küste lang, aber eben nicht genau am Strand, sondern ein bisschen oben in den Hügeln und Wäldern, weshalb es immer auf und ab geht. Es ist kein Rundwanderweg, sondern wie eine Strecke, aber man kann sozusagen an beiden Seiten anfangen. Übernachtet habe ich an den einzelnen Etappen in meinem Zelt, wo ich jetzt schon länger auch in den Städten drin wohne. Ich hatte also meinen Rucksack den ganzen Tag auf dem Rücken, welcher am Anfang schätzungsweise circa fünfzehn Kilo gewogen hat. Auch musste man seinen ganzen Müll immer mit sich tragen, weil es eben ein Nationalpark ist und dort keine Mülleimer aufgestellt werden. Leider habe ich keine Karte, was die Erzählung natürlich wesentlich schwieriger gestaltet, aber ich versuche mal mein Bestes, wobei es wohl am sinnvollsten ist, euch jeden Tag einzeln zu beschreiben.

Tag 1
Von Nelson aus bin ich mit dem Bus in das kleine Örtchen Marahau gefahren, wo der Walk beginnt. Ich habe jedoch ein Wassertaxi genommen, was mich sozusagen fast bis zum Ende der Wanderung gebracht hat, um dann in den folgenden Tagen selber nach Marahau zurückzulaufen. Auf dem Motorboot war es richtig cool. Das kleine Ding war wahnsinnig schnell und wir haben wieder ein paar tolle Tiere und beeindruckende Natur gesehen. Auf dem Wasser bin ich bis Totaranui gefahren. Von dort begann dann wirklich das Wandern. Der Walk geht von Totaranui noch ein Stück weiter, also das ist noch nicht ganz das Ende. Somit bin ich von dort nach Whariwharangi gelaufen, was ungefähr drei Stunden gedauert hat. Von Marahau gelaufen wäre das er letzte Platz, auf dem man übernachtet, für mich war es der erste. Das Wandern war schon kein Spaziergang, weil man sich auch erstmal daran gewöhnen muss, mit einem Rucksack auf dem  Rücken so weit zu laufen und es ging ja auch dauerhaft auf und ab, sodass ich am Ende schon ganz glücklich war, mein Zelt aufbauen zu können. Das war schon spannend, da stand dann eben ein Waschbecken mitten in der Natur und dann noch ein Klohäuschen, das war es dann aber auch schon. Ich hatte beschlossen, mir nicht für die paar Tage einen Kocher zu kaufen und habe somit meine Dosen immer schön kalt gegessen.
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…ein erster Eindruck
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Split Apple Rock – Naturphänomen

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aufgespritztes Wasser vom schnellen Wassertaxi
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Seerobbe mit kleinem Robbenbaby – so süß
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zerstrampelte Strände
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von ein bisschen weiter oben
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Riesengrillen, die wahnsinnig laut sind
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schön anzukommen

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Diese kleinen Viecher sehen zwar aus wie Fruchtfliegen, sind aber wesentlich gemeiner. Das sind Sandflies und sie beißen total fies.

Tag 2
Ich wusste ja schon vorher, dass das mein längster Tag wird, aber dass er so hart wird, hat mir keiner gesagt. Da ja Whariwharangi sozusagen das (eine) Ende vom Track ist, bin ich wieder Richtung Totaranui gelaufen. Natürlich wäre es langweilig gewesen, wieder den selben Weg wie am Vortag zu laufen und ich habe mich für den Inlandtrack entschieden – welch dumme Idee. Dieser wurde schon vorwarnend Gibbs Hill Track genannt, sollte aber eigentlich nicht so viel anstrengender als die normalen Wege sein. Erst war soweit auch alles gut, es ging langsam, leicht ansteigend nach oben, aber “kurz” vor dem Gipfel wurde es dermaßen steil, dass es echt kräftezährend war – und dieser letzte Teil bis hoch hat sich gezogen, unglaublich. Dort musste ich bedauernder Weise feststellen, dass der Pfad nach unten noch viel schlimmer sein wird. Nicht im Sinne von körperlich anstrengend aber doch irgendwie im Sinne von nervenaufreibend…ich habe ja sozusagen Arschloch-Knie. Es war wirklich Horror, meine Knie haben schrecklich weh getan und der steile Abstieg schien einfach kein Ende zu nehmen. Irgendwann bin ich ziemlich fertig dann doch noch in Totaranui angekommen – aber von dort ging es nochmal einiges weiter bis nach Awaroa. Eigentlich war der Walk da gar nicht mehr schlimm, aber meine Kräfte waren schon ziemlich aufgebraucht und ich habe mich nochmal etwas verlaufen, was auch nur im Nachhinein zur allgemeinen Erheiterung beiträgt. Kurz vor Awaroa gab es dann ein tide crossing. Dort ist wie eine Bucht, welche man durchläuft, wenn Ebbe ist. In dem Fall war das der einzige Weg um zum Zeltplatz zu kommen, was natürlich auch heißt, dass man auf die Gezeiten und somit auf die Uhrzeit achten muss – auch wenn ich gar keine Uhr mehr besitze. Ich stand zeitweise knietief im Wasser, aber es hat total Spaß gemacht und war leicht zu laufen. An dem Tag war ich mit Pausen und allem drum und dran siebeneinhalb Stunden unterwegs.
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vielleicht auf halber Höhe, aber trotzdem schon eine tolle Aussicht

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über vierhundert Meter hoch, beim Meeresspiegel habe ich angefangen
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kilometerlange Strände
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die überquerte Bucht bei Ebbe
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mehr als glücklich, den Tag geschafft zu haben und zu nicht mehr viel zu gebrauchen
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meine Füße nach nicht mal zwei ganzen Tagen – Sandflies sind zum Kotzen

Tag 3
Das ich nach dem Tag davor Muskelkater habe, war ja nicht wirklich anders zu erwarten. Gut also, dass dieser Tag wesentlich kürzer werden sollte. Es ging für mich von Awaroa weiter nach Bark. Der Weg war zumeist entspannt, nur am Ende wurde es noch einmal etwas steil, aber gegen den Tag davor war das mehr als human. Relativ schnell stellt man hier fest, dass Strandwalks wirklich kein Vergnügen sind. Es gab nicht viele davon, zum Glück, weil die sind echt nervig und anstrengend. Bark war mein kompletter Favorit, was den Campingplatz angeht. Kurz davor ging es wieder etwas durch das Watt und mein Zelt stand sozusagen auf einer Landzunge. Mir hat es dort richtig gut gefallen und ich war auch das erste Mal in Neuseeland im Meer baden, was für eine Erfrischung, wenn man bedenkt, dass es nirgends Duschen gab. Blöder Weise hat sich am Abend eine Wespe in meinem Tuch verfangen und mich genau in den Hals gestochen. Diesen extremen Schmerz hatte ich wirklich vom letzten Stich, der wohl zehn Jahre her ist, verdrängt. Ich würde schätzen, dass ich vielleicht so fünf Stunden unterwegs war.
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Wer entdeckt das kleine Kücki?
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der Strand an der Bark Bay
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frisch gebadet und sehr zufrieden
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Idylle pur

Tag 4
Der Tag war mein kürzester und sollte ja eigentlich ganz entspannt werden. Tja und dann kam es doch ganz anders als geplant. Noch relativ am Anfang vom Walk bin ich mit meinem einen Fußgelenk irgendwie umgeknickt, weil es da gerade etwas steinig war und mit meinem anderen Knie direkt und mit Kraft auf einen Stein geknallt – mein Geschenk des Tages. Ich bin eigentlich sofort, als ich wieder auf den Beinen stand weitergelaufen, aber mit der Zeit wurde mein Knie dicker und das Laufen schmerzhafter. Dennoch habe ich es nach Anchorage relativ gut geschafft und mein Knie auch dort weiterhin immer bewegt oder im Meer gekühlt. Ungefähr hat es vier Stunden vom einen Zeltplatz zum anderen gebraucht. Kurz vorm Schlafen war es richtig, richtig schlimm und ich hatte Angst, dass ich am nächsten Tag vielleicht nicht laufen kann und der Schmerz nicht nachlässt…
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Karibikfeeling
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So ungefähr sah der Track überwiegend aus.
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mein Gepäck während einer Pause
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kleine Inselchen – meine Schwäche
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Beim tide crossing folgt man diesen roten Punkten durch das Watt.
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nicht so begeistert – mit kaputtem Knie

Tag 5
Mein Knie war morgens wesentlich besser, aber schmerzhaft noch immer, jedenfalls konnte ich damit laufen. Nun ging es von Anchorage zurück nach Marahau. Ich war insgesamt nicht einmal fünf Stunden unterwegs und der Track war richtig, richtig entspannt – gut für mich und mein Knie. Es mussten keinen großen Höhen uberwunden werden und richtig steil wurde es auch nie. Kurz vor dem Ende habe ich die Zeit noch an einem Strand genossen, weil ich nicht so früh wieder im Ort sein wollte. Noch am gleichen Tag ging es wieder zurück nach Nelson.
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Mir geht es gut!
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kurz vor dem Ziel
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der kleinste Nationalpark Neuseelands, aber einer der schönsten
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ein weiteres Mal Ebbe
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glücklich und zufrieden

So, das reicht jetzt aber wirklich erstmal. Mama, hoffentlich bist du jetzt zufrieden gestellt, ich will nämlich noch etwas erleben.
Liebe Sonnengrüße, eure Magda.

2 thoughts on “…weil die Natur hier mehr als bezaubernd ist.

  1. Oh und wie zufrieden. Danke, danke. Da hat sich doch meine Drängelei so was von gelohnt. Nun darfst du so viel Urlaub genießen und shoppen. was das Zeug hält. Und ja, ich hab das Küken entdeckt.
    Mama

  2. Oh Magda, die Bilder sind sowas von traumhaft, es sieht aus als wärst du im Paradis ;)
    Weiterhin gute Reise und gute Besserungs fürs Knie.

    liebe grüße

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